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Automatischer Informationsaustausch (AIA)

Am 15. Juli 2014 hat der Rat der OECD den neuen globalen Standard für den internationalen automatischen Informationsaustausch in Steuersachen verabschiedet. Mit Hilfe des neuen globalen Standards soll die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung verhindert werden. Der globale Standard umfasst ein Modellabkommen, einen Meldestandard (CRS), einen Auslegungskommentar und Basisdaten einer Informatiklösung.

 

Der gemeinsame Meldestandard (Common Reporting Standards, CRS) wurde im Februar von der OECD publiziert und legt Richtlinien für den automatischen Austausch von Finanzinformationen fest.  Der CRS definiert, wer welche Informationen über welche Konten wann zu übermitteln hat.

 

Am 19. November 2014 hat die Schweiz die Multilaterale Vereinbarung der zuständigen Behörde über den automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten (Multilateral Competent Authority Agreement, MCAA) unterzeichnet. Das MCAA stützt sich auf Art. 6 des Amtshilfeübereinkommens der OECD und des Europarats und soll die einheitliche Umsetzung des AIA garantieren. Das Bundesgesetz über den internationalen automatischen Informationsaustausch in Steuersachen (AIA-Gesetz) bildet die rechtliche Grundlage für die Umsetzung des AIA-Standards in der Schweiz. 

 

Vom 14. Januar bis 21. April 2015 fand einerseits die Vernehmlassung zum Amtshilfeübereinkommen der OECD und dem Europarat (von der Schweiz 2013 unterzeichnet) und andererseits die Vernehmlassung zum MCAA und AIA-Gesetz  statt. Die Einführung des AIA in der Schweiz soll mittels bilateraler oder multilateraler Abkommen mit ausgewählten Partnerstaaten erfolgen. Die Schweiz will den AIA einerseits mit der EU (Ablösung EU-Zinsbesteuerungs-Abkommen), der USA (Umwandlung FATCA-Abkommen in „Model 1“) und weiteren ausgewählten Staaten, zu denen die Schweiz enge wirtschaftliche und politische Beziehungen pflegt, vereinbaren. Durch die Abkommen soll gewährleistet werden, dass Reziprozität garantiert ist, das Spezialitätsprinzips eingehalten wird, d.h. die ausgetauschten Informationen dürfen nur zur Veranlagung und Erhebung von Steuern (sowie für Steuerstrafverfahren) verwendet werden und  ausreichender Datenschutz gewährleistet ist.  

 

Für weitere Informationen darüber wie der automatische Informationsaustausch funktioniert und welche Daten ausgetauscht werden verweisen wir auf das Faktenblatt  des EFD.

 

Zeitplan der Implementierung des AIA in der Schweiz

 

21. April 2015: Ende der Vernehmlassungen

11.-22. Mai 2015: Ämterkonsultation

5. Juni 2015: Verabschiedung der Botschaft an das Parlament durch den Bundesrat

2017: geplantes Inkrafttreten AIA und erste Erhebung von Kontodaten (alle Konti bestehend am 1. Januar 2017 oder danach)

2018: Erster Datenaustausch bis 30. September 2018 (für das vergangene Jahr) mit den ersten Vertragsstaaten